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01.06.2026 Kategorie: Angedacht

Juni 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,
die letzten Wochen und Monate waren erfüllt von den Veränderungen, die uns in der Kirche betreffen. Das hat viel Kraft gekostet, manche Träne fließen lassen und manchmal auch leise Verzweiflung geweckt, wie das in Zukunft bloß werden soll.
Ich hoffe, dass wir es jetzt schaffen, uns darauf zu besinnen, was der Kern unseres Glaubens ist. Warum brauchen wir eine Kirche? Wo hilft uns der Glaube und wen brauchen wir dabei an unserer Seite?
Es ist wie in der Politik. Wenn ich heute bei Wahlhochrechnungen die Balken von CDU und SPD sehe und daneben die der AFD, dann komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Wie lange ist es her, dass SPD und CDU sich dicht an dicht das Rennen lieferten. Damals war klar, wofür die SPD steht. Und heute? Und die CDU, passt da das C noch im Namen?
So geht es uns in der Kirche auch. Wofür stehen wir? Wozu braucht es uns?
Ich bin nach wie vor zutiefst davon überzeugt, dass Kirche wichtig ist. Gerade in Zeiten, in denen die Demokratie ausgehöhlt wird. Dass wir für die eintreten, die sich nicht wehren können und die unter die Räder geraten. Dass wir Ungerechtigkeit klar benennen und dafür sorgen, dass wir den Generationen nach uns eine lebenswerte Welt hinterlassen. Und wir brauchen die Gemeinschaft, um uns als Geschwister im Glauben gegenseitig zu stärken. Füreinander im Gebet einzustehen. Zu wissen, Gott ist an unserer Seite, was auch immer uns zustößt.
Ich wünsche mir, dass wir beherzt nach vorne schauen, dass wir uns über die Orte und Kirchtürme hinweg zusammentun und von einer Kirche träumen, die wir dann mutig leben. Ohne Angst davor, etwas Neues zu wagen oder Fehler zu machen. Eine Kirche, in der es erlaubt ist, gnädig zu scheitern und Barmherzigkeit zu erfahren. Wo Menschen aus ihrer Hoffnung heraus handeln und so ihren Alltag meistern. Wo die Liebe der Motor ist, und niemand ausgegrenzt wird, weil wir solidarisch miteinander unterwegs sind.
Und dass wir darüber ins Gespräch kommen, wieviel Kirche wir für uns und unser Leben brauchen. Und wie diese Kirche aussehen soll, in der wir gerne sind. Wie würden Sie diesen Satz beenden: Ich wünsche mir eine Kirche, … ?
Ihre Antworten interessieren mich sehr! Ich freue mich, persönlich oder per E-Mail oder Telefon von Ihnen zu hören.

Bleiben Sie Gott befohlen